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Alexander Filipovic über Ethik in den Medien | Podcast Ethik Digital

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Wie kommt die Ethik in die Medien - und welche Veränderungen erlebt die Medienbranche durch die Technologie? Damit beschäftigt sich der Medienethiker und Sozialethiker Professor Alexander Filipovic. Ein Sonntagsblatt-Podcast von Rieke C. Harmsen und Christine Ulrich.

Ethik in Medien

Professor Alexander Filipović, geboren 1975, ist Sozialethiker mit dem Schwerpunkt Medienethik, Technikethik (Digitale Ethik), Politische Ethik und Philosophischer Pragmatismus. Er war an der Hochschule für Philosophie in München und ist jetzt an der Universität Wien.

Das gesamte Interview gibt es auch als Video und Text: https://www.sonntagsblatt.de/ethikdigital

Der Sonntagsblatt-Podcast Ethik Digital: Abonniert den Newsletter "Sonntags" - dort informieren wir über die neuen Beiträge.

Rückfragen und Anregungen zum Podcast bitte an Chefredakteurin Rieke C. Harmsen: rharmsen@epv.de

Ausschnitt aus dem Gespräch:

Warum sollten wir Medienethik betreiben?

Filipović: Menschen haben sich immer schon Gedanken darüber gemacht, was die Veränderung von Gesellschaft, Medien und Technik mit öffentlicher Kommunikation macht oder mit der Art und Weise miteinander zu kommunizieren. Darüber wurde immer schon wertend oder normativ nachgedacht. Also im Zuge der Aufklärung zum Beispiel, aber auch im Zuge der Erfindung der Drucktechnik. Dann spielten die Dynamiken der Entwicklung im Medienbereich eine große Rolle. Die Einführung der elektronischen Medien, die in den 1920er und 1930er-Jahren kamen. Und im späten 19. Jahrhundert die Fotografie. Wir können uns kaum vorstellen, welche Veränderung der Erinnerung und der Kommunikation die Fotografie ermöglicht hat. Marshall McLuhan hat dann die technische Dimension thematisiert und philosophisch-wissenschaftlich eingebracht. Und seitdem Zeitpunkt ging das natürlich immer weiter. Jeder technische Wandel und vor allen Dingen der Wandel hin zum Internet hat dann neue normative Probleme geschaffen, die aber auch normative Probleme der Gesellschaft sind.

Sind Journalisten heute noch Gatekeeper für Informationen?
Filipović: Erst mal glaube ich, dass das, was Journalistinnen und Journalisten täglich machen, immer noch das Auswählen von Berichtenswertem ist. Sicherlich hat das noch jemand anderes zuvor getwittert oder ein Bild auf Instagram gemacht, das ist auch klar. Die Nachrichten, die heute von Journalistinnen und Journalistenen geschrieben werden, sind auf den Plattformen jetzt neu sortiert durch Algorithmen und es ist KI mit im Spiel sowie unsere Personendaten. Aber letztlich sind es eben auch Journalistinnen und Journalisten, die das machen.

Die Funktion des Gatekeepers gibt es immer noch und sie ist immer noch bedeutsam und wichtig. Aber es vervielfältigt sich eben. Heute können auch Influencer entscheiden, was "trending topic" ist. Insofern gibt es eine Vervielfältigung von Gatekeepern.

In den guten alten Massenmedien hatten wir Zeit. Das hat sich verändert. Journalisten sind immer noch verantwortlich für Inhalte. Aber jetzt gibt es eben auch algorithmisch kuratierte News-Webseiten, die da mitspielen. Und da ist die Frage nach der Verantwortung ein bisschen komplexer.

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Warum sollten wir Medienethik betreiben?

Filipović: Menschen haben sich immer schon Gedanken darüber gemacht, was die Veränderung von Gesellschaft, Medien und Technik mit öffentlicher Kommunikation macht oder mit der Art und Weise miteinander zu kommunizieren. Darüber wurde immer schon wertend oder normativ nachgedacht. Also im Zuge der Aufklärung zum Beispiel, aber auch im Zuge der Erfindung der Drucktechnik. Dann spielten die Dynamiken der Entwicklung im Medienbereich eine große Rolle. Die Einführung der elektronischen Medien, die in den 1920er und 1930er-Jahren kamen. Und im späten 19. Jahrhundert die Fotografie. Wir können uns kaum vorstellen, welche Veränderung der Erinnerung und der Kommunikation die Fotografie ermöglicht hat. Marshall McLuhan hat dann die technische Dimension thematisiert und philosophisch-wissenschaftlich eingebracht. Und seitdem Zeitpunkt ging das natürlich immer weiter. Jeder technische Wandel und vor allen Dingen der Wandel hin zum Internet hat dann neue normative Probleme geschaffen, die aber auch normative Probleme der Gesellschaft sind.

Sind Journalisten heute noch Gatekeeper für Informationen?
Filipović: Erst mal glaube ich, dass das, was Journalistinnen und Journalisten täglich machen, immer noch das Auswählen von Berichtenswertem ist. Sicherlich hat das noch jemand anderes zuvor getwittert oder ein Bild auf Instagram gemacht, das ist auch klar. Die Nachrichten, die heute von Journalistinnen und Journalistenen geschrieben werden, sind auf den Plattformen jetzt neu sortiert durch Algorithmen und es ist KI mit im Spiel sowie unsere Personendaten. Aber letztlich sind es eben auch Journalistinnen und Journalisten, die das machen.

Die Funktion des Gatekeepers gibt es immer noch und sie ist immer noch bedeutsam und wichtig. Aber es vervielfältigt sich eben. Heute können auch Influencer entscheiden, was "trending topic" ist. Insofern gibt es eine Vervielfältigung von Gatekeepern.

In den guten alten Massenmedien hatten wir Zeit. Das hat sich verändert. Journalisten sind immer noch verantwortlich für Inhalte. Aber jetzt gibt es eben auch algorithmisch kuratierte News-Webseiten, die da mitspielen. Und da ist die Frage nach der Verantwortung ein bisschen komplexer.

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